Die Ruppiner Kobolde
Eine Sage aus Neuruppin, Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Als die Stadt Neu-Ruppin am Ende des vorigen Jahrhunderts abbrannte und schon die Kirche in Flammen stand, sah man hoch oben auf dem Thurme einen kleinen rothen Kobold, der bald hier bald da aus den Luken herausschaute, und die unten stehenden Leute, denn der Kirchhof war ganz mit Menschen angefüllt, auslachte. Wie er aber hinaufgekommen, wußte sich niemand zu erklären, denn die Thüren der Kirche und des Thurms waren alle fest verschlossen.
Ein anderer Kobold hält sich am Ufer des Sees auf, und oft hören die Fischer Abends jemanden mit lauter Stimme rufen: »Hol ööwer!« Fahren sie dann nach der andern Seite des Sees hinüber, so ist niemand da und sie erkennen zu spät, daß der Kobold sie gefoppt, dessen lautes Hohngelächter auch alsbald aus dem Dickicht des Rohrs erschallt.
*Die ursprüngliche Schreibweise und Rechtschreibung wurden beibehalten.
Schick mir bei Fragen eine E-Mail oder erhalte aktuelle Informationen auf Mastodon oder über den RSS Feed!
