Der weiße Wassernix im Baasee
Zu Lebzeiten ein böser Mann und auf unnatürliche Weise zu Tode gekommen, findet ein Ritter auf dem Grund des Baasees keine Ruhe.
Die Sage
Seitdem, heißt es, geistert der Ritter im See als Wassermann herum und lauert voller Rachsucht Badenden auf. In erster Linie möchte er sich an den Nachkommen des Bauern rächen, aber über die Jahrhunderte hinweg hat es auch viele Unschuldige getroffen. Wen der Ritter zu fassen kriegt, den zieht er bis auf den morastigen Grund und saugt ihm dort das Blut aus.
In der Nacht nach dem Martinstag soll der weiße Wassernix zu sehen sein. Nachdem auf der Wasseroberfläche der geheimnisvolle Schein einer Flamme erschienen ist, umrundet der Nix den Baasee dreimal und verschwindet anschließend mit einem hörbaren Zischen im Wasser. Sichtbar ist er aber nur für Menschen, die am Martinstag niemand betrogen haben.
Als Raubritter oder Strauchritter werden heute verarmte Ritter bezeichnet, die im Mittelalter Reisenden und Kaufleuten auflauerten, um sie ihrer Habe zu berauben. Aber das Raubrittertum umfasste auch das gewaltsame Eindringen und die Plünderung ganzer Städte und Dörfer.
Zu den gefürchtetesten Raubrittern Brandenburgs gehörten die Brüder Dietrich und Johann von Quitzow, die während des Übergangs des 14. ins 15. Jarhundert lebten. Zu dieser Zeit war sich die Mark Brandenburg nach dem Tod des Kaisers Karl IV. weitestgehend selbst überlassen - ein Zustand, den Adelsfamilien ausnutzen, um ihre Vermögen durch Plünderungen und Brandschatzung zu vergrößern.
Die von Quitzows verbündeten sich 1402 mit pommerschen Herzögen und eroberten unter anderem das heutige Oranienburg und die Stadt Strausberg. Der Pakt hielt nicht lange und Dietrich von Quitzow vertrieb die Pommern aus der Region. Dietrichs Plünderungen gingen jedoch weiter und selbst die Angriffe durch Verbündete von Friedrich I. konnten ihn nicht stoppen. Bis zu seinem Tod im Februar 1417 brandschatzte und mordete er lustig weiter. Zu den Brandenburger Orten, die er überfiel, gehörten Saarmund, Köpenick, Nauen, Vieritz, Niemegk und Schönefeld.
Beim Ritter in der Sage handelt es sich nicht um Dietrich von Quitzow und auch nicht um seinen Bruder. Beide wurden zwar nicht alt, starben aber eines natürlichen Todes. Längst waren die von Quitzow aber nicht die einzigen Adligen, die ihre Besitztümer auf unredliche Weise vergrößerten.
Quelle:
* Freienwalder Sagen und Geschichten, Band 2, Konrad Gründler (Hrsg.), Rat des Kreises Bad Freienwalde, Bad Freienwalde 1979Schick mir bei Fragen eine E-Mail oder erhalte aktuelle Informationen auf Mastodon oder über den RSS Feed!
