Blankensee (Trebbin)

Das Dorf Blankensee ist ein Ortsteil von Trebbin. Es liegt idyllisch zwischen dem Blankensee, dem Seechen und dem Grössinsee im Brandenburger Landkreis Teltow-Fläming. Bereits im 9. Jahrhundert haben hier slawische Stämme gesiedelt sowie eine Burganlage erbaut. Im 14. Jahrhundert wird der Ort dann erstmalig urkundlich erwähnt. Anstelle der slawischen Burg war die Burg Blankensee errichtet worden, auf der heute wiederum das Herrenhaus Blankensee steht.

Das Blankenseer Herrenhaus

Nachdem um 1300 auf den Resten einer slawischen Burganlage die Burg Blankensee errichtet worden war, wechselte sie mehrfach die Besitzer und brannte vermutlich zu Beginn des 17. Jahrhunders zweimal aus. Bis 1815 gehörte das Gebiet zudem zu Sachsen. Durch eine Neuordnung nach den napoleonischen Kriegen wurde es dann durch Beschlüsse des Wiener Kongresses Preußen zugeschlagen.

Blankensee-Schloss

Bereits um 1739 hatte der Kreishauptmann Christian Wilhelm von Thümen auf dem Burggelände ein Barockschloss errichten lassen, das später vergrößert wurde. Bis 1902 blieb das Schloss im Besitz der von Thümens. Dann erwarb es zunächst die Deutsche Ansiedlungsgesellschaft, die es wiederum an den Schriftsteller Hermann Sudermann verkaufte. Der Roman- und Theaterautor war zu dieser Zeit sehr erfolgreich. Sein erfolgreichstes Stück "Heimat" wurde sogar in den USA und in England aufgeführt. In der Hauptrolle waren die Weltstars Sarah Bernhardt und Eleonora Duse zu sehen.

Sudermann ließ das Herrenhaus ebenfalls erweitern und umbauen. Es wurde als das Sudermannhaus, das Sudermannschloss oder Sudermanns Refugium bekannt. Auch der Schlosspark erfuhr eine gründliche Erneuerung durch den berühmten Gartenbaumeister Lenné.

Nach Sudermanns Tod im Jahr 1927 übernahm das Haus die Sudermann-Stiftung, welche mittellosen Schriftstellern einen Erholungsurlaub im Grünen ermöglichen sollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es zunächst der Unterbringung von Flüchtlingen und Aussiedlern, bis es ab Ende der 1950er Jahre als Schule und später für weitere Zwecke genutzt wurde. Die Sudermann-Stiftung war nach dem Krieg nicht enteignet worden und blieb bis 1994 Eigentümer des Herrenhauses. Ab 1994 ging es in den Besitz der Brandenburgischen Schlösser GmbH (BSG) über, die unter anderem das Schloss Altdöbern, dass Schloss Diedersdorf und das Schloss Dahlwitz-Hoppegarten verwaltet.

Das Schloss Blankensee wird für Tagungen und Feiern genutzt und kann daher nur begrenzt im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Der sehenswerte und von der Nieplitz durchflossene Schlosspark ist hingegen öffentlich zugänglich.

Das Bauernmuseum von Blankensee

Das Bauernmuseum befindet sich nicht nur im ältesten Wohnhaus von Blankensee, sondern auch im ältesten erhaltenen Märkischen Mittelflurhaus. Ein weiteres wurde in Klandorf in der Barnimer Gemeinde Schorfheide
originalgetreu restauriert.

Blankensee-Bauernmuseum

Der Haustyp wird auch Märkisches Dielenhaus genannt. Er war in der Mark Brandenburg zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert weit verbreitet und geht auf die niederdeutschen Hallenhäuser zurück, bei denen sich Wohnstuben, Viehstall und Scheune unter einem Dach befanden. Mittelflurhäuser sind zwar kleiner, beherbergten früher aber ebenfalls Wohnräume, Küche, Wirtschaftsräume und Stall.

Das Haus in Blankensee wurde 1649 als Fachwerk erbaut. Es enthält heute eine Dauerausstellung zum ländlichen Leben in der Region sowie Sonderausstellungen. Außerdem veranstalten die Mitarbeiter des Museums sonntägliche Führungen durch den Schlosspark und Thementage oder Veranstaltungen. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise können der Webseite des Museums entnommen werden.

Die Dorfkirche

Die Blankenseer Dorfkirche ist wie die meisten evangelischen Kirchen eher schlicht und außen recht schmucklos. Es handelt sich um eine Saalkirche, deren Bau zwischen 1706 und 1710 durch die Familie von Thümen veranlasst worden war, welche nicht nur in Blankensee, sondern auch in Gröben, Schönhagen und Stangenhagen Besitztümer hatten. Fontane nannte die Gegend daher in den "Wanderungen" den Thümenschen Winkel.

Blankensee-Kirche

Bereits um das 13. oder 14. Jahrhundert gab an dieser Stelle eine Fachwerkkirche, von der einzelne Teile in den neuen Bau integriert wurden. Unter anderem wurden bei Restaurierungsarbeiten zu Beginn der 1990er Jahre alte Wandmalereien am Triumphbogen freigelegt. Trotz ihres schlichten Äußeren beherbergt die Dorfkirche einige historische Schätze und Bildnisse, wie das Kirchengestühl und die Sakristei aus dem 16. Jahrhundert sowie das Gemälde "Die Hochzeit zu Kana", gemalt um 1700 von Johann Georg Kresser, der zu dieser Zeit Pfarrer in Blankensee war.

Fontane berichtet von seinem Besuch in der Kirche:

"Im Innern bot sich uns anfänglich nichts, was sich über den Durchschnittsinhalt alter Dorfkirchen erhoben hätte; bei nährer Betrachtung aber zeigte sich doch mancherlei: Grabsteine, Bilder und Schildereien. Ein Epitaphium galt einem alten Kreishauptmann im sächsischen Kurkreise, Herrn Christian Wilhelm von Thümen, dessen Portrait von zwei Engeln gehalten wurde. Weiter unterwärts erblickten wir eine sich in den Schwanz beißende Schlange, mit dem inschriftlichen Zusatze, »daß seine Ehe mit Sabine Hedwig von Schlieben durch achtzehn Kinder gesegnet worden sei«. ...

... In einer Ecke, beinah unmittelbar über dem vorerwähnten Grabstein, hängen Schwert und Sporen eines längst heimgegangenen von Thümen, und in der Höhe des neuerbauten Turmes befinden sich die durch den ganzen Thümenschen Winkel hin bei jung und alt bekannten »Glocken von Blankensee«, daran allerlei Sagen anknüpfen, wie an den Kapellenberg."

In meiner Rubrik Sagenhaftes Brandenburg findest du die von Fontane erwähnte Sage Die Glocken zu Blankensee sowie die Sagen Der Schatz in der Kapelle bei Blankensee, Der Ritt in die Kirche, Die gebannte Rehkeule, Der Kobold, der nicht weichen wollte und Der Mann im Monde, welche allesamt aus der Gegend um Blankensee stammen.

Das Innere der Dorfkirche soll im Rahmen des Projekts "Offene Kirche" im Sommer in der Regel sonntags zwischen 14 bis 16 Uhr besichtigt werden können. Ich stand aber schon vergeblich vor der Tür.

Speis' und Trank in Blankensee

An das Bauernmuseum angeschlossen ist die Museumsschänke, in der mittwochs bis sonntags ab 11.30 Uhr hauptsächlich regionale und saisonale Speisen serviert werden. Ein weiteres Speiserestaurant mit Gerichten "wie bei Muttern" ist die Gaststätte Schmädicke am nördlichen Dorfende. In einer Landbäckerei an der Dorfstraße gibt es leckeres Brot und Kuchen. Die Fischräucherei Brauße und Die Fläming Forelle verkaufen in ihren Läden geräucherten und frischen Fisch. Ein Imker bietet seine Produkte in einem Hofladen neben dem Eingang zum Schlosspark an.

Reiche Vogelwelt im Naturpark Nuthe-Nieplitz

Die Lage von Blankensee inmitten des Naturparks Nuthe-Nieplitz und nahe der Glauer Berge sowie weiterer Erhebungen macht den Ort zum idealen Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren.

Blankensee-Bohlensteg

Auch bei Hobby-Ornithologen ist die Gegend beliebt. In den überfluteten Wiesen und Bruchwäldern brüten in der warmen Jahreszeit viele Vogelarten, wie zum Beispiel der Rotmilan, der Eisvogel, der Kranich und der Haubentaucher. Beobachtet werden können die Federtiere zum Beispiel vom Bohlensteg am Blankensee und vom Beobachtungsturm ungefähr einen Kilometer nordwestlich vom Blankenseer Ortskern entfernt an einem kleinen Gewässer namens Seechen. Der kürzeste Weg dorthin führt über die Straße Am Seechen, die von der Dorfstraße abgeht.

Der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V. bietet zusammen mit Nuthe-Nieplitz-Tours einen kostenlosen Smartphone-Audioguide für eine Wanderung durch das Vogelschutzgebiet zwischen dem Wildgehege Glauer Tal und Blankensee an. Die dafür benötigte Nuthe-Nieplitz-Tours-App kann von den gängigen App-Stores heruntergeladen werden und funktioniert nach dem Herunterladen der Karten aus dem Internet oder von der Nuniexx-Box im NaturParkZentrum offline. Die Rundwanderung über fünf Kilometer dauert ungefähr zwei Stunden und startet am NaturParkZentrum im Glauer Tal.

Eine große Wanderung um den Blankensee führt auf rund 15 Kilometern über Stangenhagen, Körzin, Stücken und Breite zurück nach Blankensee. Für die Tour müssen dreieinhalb bis vier Stunden eingeplant werden. Dem See kommt man auf der Strecke allerdings nur in Blankensee und vor Stangenhagen wirklich nahe.

Am besten kann man die nistenden Vögel und andere scheue Tiere mit einem Fernglas beobachten. Gut geeignet sind Ferngläser mit acht- oder zehnfacher Vergrößerung und großem Objektivdurchmesser, sodass auch bei Dämmerung oder an trüben Tagen noch genügend Licht die Prismen erreicht. Die Produktnamen enthalten in der Regel beide Werte. Das Steiner Observer 10x42 beispielsweise vergrößert zehnfach und die Objektive haben einen Durchmesser von 42 Millimetern. Mit rund 700 Gramm ist das hochwertige Fernglas allerdings kein Leichtgewicht. Leichtere und auch günstigere Ferngläser für die Vogelbeobachtung werden unter anderem bei Amazon* angeboten.

So kommt man mit Auto, Bus und Bahn nach Blankensee im Teltow-Fläming

An die Bahn ist Blankensee leider nicht angeschlossen. Der nächste Bahnhof ist in Trebbin. Von hier aus pendelt seit dem 1. April 2022 der Rufbus Kranich Express auf der Linie R778, der über die Telefonnummer 03371 628181 oder über die Rufbus-App gebucht werden kann. Montags bis freitags fährt er zwischen 05:30 Uhr bis 21:30 und an Wochenenden sowie an Feiertagen zwischen 08:30 bis 21:30 Uhr. Ab Trebbin verkehrt zudem mehrmals täglich die Buslinie 751, wobei die Abfahrtsorte zwischen Bahnhof, Gesundheitsheitszentrum, Markt und Schule variieren.

Mit dem Fahrrad braucht man vom Bahnhof Trebbin bis zur Ortsmitte von Blankensee über die Landstraße K7231 ungefähr eine halbe Stunde, von Berlin-Südkreuz beispielsweise sind es zwei Stunden Fahrzeit.

Wenn du mit dem Auto anreist, erreichst du Blankensee am einfachsten von Berlin aus über die Bundesstraße B101, fährst bei Ludwigsfelde ab und und dann weiter auf der Landstraße L793 über Siethen, Jütchendorf und Schiass. Am Ortsrand von Blankensee gibt einen großen Wanderparkplatz. Möchtest du direkt zum Bohlensteg, parkst du am besten auf dem Parkplatz an der L793, Ecke Ruhemannweg.

Theodor Fontane fuhr seinerzeit von Saarmund "immer am Ufer der Nuthe hin" in Richtung Blankensee. Das ist heute nicht mehr möglich.

Hier geht es weiter zum Blankensee

Quellen:

* Wanderungen durch die Mark Brandenburg, 4. Teil Spreeland, Kapitel Blankensee, Theodor Fontane, dtv (Direktsuche bei Amazon*)
* Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Reinhard E. Fischer, be.bra wissenschaft verlag GmbH, Berlin-Brandenburg 2005 (Direktsuche bei Amazon*)
* Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil X, Jüterbog-Luckenwalde, Klaus Neitmann (Hrsg), Berliner Wissenschafts-Verlag, Potsdam 1990 (Direktsuche bei Amazon*)

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