Buckow – Moderner Kurort mit langer Tradition in der Märkischen Schweiz

Buckow ist ein Kneippkurort im Landkreis Märkisch-Oderland. Der Ort entstand bereits im 13. Jahrhundert auf dem Gebiet einer ehemaligen slawischen Siedlung. Ab Ende des 19. Jahrhunderts zog Buckow viele Sommerfrischler an. Unter anderem hielten sich Egon Erwin Kisch, John Heartfield sowie Bertolt Brecht und Helene Weigel gern hier auf.

Buckow liegt östlich von Berlin im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland. Geografisch bildet die Stadt den Mittelpunkt der Märkischen Schweiz, einem Hügelland, dessen Landschaft durch die Einflüsse von Eiszeiten gebildet wurde. Die Gegend wird durch viele Wälder sowie Gewässer geprägt und auch Buckow kann getrost als eine grüne Stadt bezeichnet werden. Theodor Fontane schreibt dazu in seinem Werk "Wanderungen durch die Mark Brandenburg": „Buckow ist eine ländliche Schönheit, die mit nacktem Fuß in den See tritt und unter Weidenzweigen ihr Haar flicht.“

Buckower Sehenswürdigkeiten
Buckow und die Künstler
Buckow - eine Stadt mit vielen Seen
Buckow als Kurort
Die Buckower Kleinbahn – Heute nur noch Museumsbahn
So kommst du nach Buckow
Bildergalerie

Die Stadt an sich kam bei Fontane weniger gut weg, ist sie doch teilweise an „Abhängen und Hügelkanten“ erbaut worden. Auch die Straßenverhältnisse waren mit ihrem Straßenpflaster nicht nach Fontanes Geschmack. Er drückte es allerdings weit drastischer aus „… sein Straßenpflaster, um das Schlimmste vorwegzunehmen, ist lebensgefährlich.“ Kopfsteinpflaster mag zu einer Zeit, in der Reisende noch in schlecht gefederten Pferdekutschen fuhren, tatsächlich für viele Unannehmlichkeiten gesorgt haben. Sie wurden wohl ordentlich durchgeschüttelt und stiegen am Ende der Fahrt mit schmerzenden Gliedern und dröhnendem Kopf aus dem Wagen. Kopfsteinpflaster gibt es heute in der Altstadt von Buckow immer noch, aber das Fahren ist in den letzten 150 Jahren doch weit komfortabler geworden.

Buckower Sehenswürdigkeiten

Zu Fontanes Zeiten hatte Buckow noch ein Schloss. Er lobt es in seinen „Wanderungen“ in den höchsten Tönen: „Das Schloß – gräflich Flemmingsch – enthält neben anderen Sehenswürdigkeiten einen bemerkenswerten Speisesaal, eine Jugendarbeit Schinkels. Dieser Saal zieht sich, nach Art einer rundgewölbten Halle, quer durch die Mitte des Schlosses, das nun, an den beiden ausmündenden Stellen, nach vorn und hinten zu, um einige Fuß vorspringt. Kassetten schmücken die Decke des Saals, der mittelst einer großen, den Bau nach der Gartenseite hin abschließenden Glaswand das nötige Licht empfängt. Über der Halle, in einem Saal von gleichen Dimensionen, befindet sich die Bildergalerie.“ Das einst so prachtvolle Schloss, das Ende des 17. Jahrhunderts durch Georg Adam von Pfuhl erbaut und zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel umgebaut worden war, wurde nach schweren Kriegsschäden 1948 abgerissen. Geblieben ist der Schlosspark mit dem Schlossberg, der jederzeit zum Spazieren einlädt und außerdem für Kulturveranstaltungen genutzt wird.

Ganz in der Nähe des Schlossparks befindet sich der Marktplatz. Wenn du mit dem Bus nach Buckow gekommen bist, hast du diesen bereits zuvor entdeckt und vielleicht schon ein paar Fotos vom Zierbrunnen gemacht sowie die Stadtpfarrkirche bewundert. Den Brunnen gab es bei Fontanes Besuch noch nicht, denn er wurde erst 1924 eingeweiht. Fontane berichtet aber von der auf einer Anhöhe stehenden Kirche mit einer Gruft, in der die Gebeine von Georg Adam von Pfuhl ruhten. Die Kirche, die du heute betrachtest, ist eine andere als die, welche Fontane sah. Die alte brannte nämlich kurz vor Ende des Krieges 1945 ab und die neue wurde ab 1950 erbaut. 1956 erhielt sie eine neue Orgel, die vom Bautzener Orgelbauunternehmen Hermann Eule gebaut worden war. Wie die meisten evangelischen Kirchen ist auch die Stadtpfarrkirche in ihrem Inneren eher schlicht, lohnt aber dennoch einen Besuch.

Buckow und die Künstler

Viele Gäste kommen wegen der vielfältigen Landschaft, um die gesunde Luft zu atmen und für Kneipp-Kuren nach Buckow. Andere folgen den Spuren berühmter Literaten. Weit über die Märkische Schweiz hinaus ist das Brecht-Weigel-Haus bekannt. Der ehemalige Sommersitz des Künstlerpaares Bertolt Brecht und Helene Weigel ist seit dem Ende der 1970er Jahre Gedenkstätte und Kulturort. Hier finden zum Beispiel Lesungen und Konzerte statt, es werden Filme und Ausstellungen gezeigt und es finden sich Interessierte zu Diskussionen und Gesprächsrunden ein. Hier in Buckow schrieb Brecht seine "Buckower Elegien", eine Sammlung von Gedichten, die teils politischer Natur sind und teils über die Schönheit von Buckow und dem Schermützelsee berichten. So dichtet Brecht in „Der Blumengarten“:

Am See, tief zwischen Tann und Silberpappel
Beschirmt von Mauer und Gesträuch ein Garten
So weise angelegt mit monatlichen Blumen
Daß er vom März bis zum Oktober blüht.

Hier, in der Früh, nicht allzu häufig, sitz ich
Und wünsche mir, auch ich mög allezeit
In den verschiedenen Wettern, guten, schlechten
Dies oder jenes Angenehme zeigen.

In Buckow lebte ab 1952 auch die Schauspielerin Käthe Reichel, Schauspielerin am Berliner Ensemble und eine Geliebte von Brecht. Der hatte für sie ein Haus am Buckowsee gekauft. Käthe Reichel war allerdings weit mehr als Geliebte und Mitglied des Berliner Ensembles. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2012 stand sie auf vielen Bühnen und spielte zudem in Film und Fernsehen. Unter anderen war sie in "Die Legende von Paul und Paula", in "Die Weihnachtsgans Auguste" und in mehreren Folgen von "Polizeiruf 110" zu sehen.

Nur zu Besuch in Buckow war der tschechische Journalist und Autor Egon Erwin Kisch, der als „rasender Reporter“ bekannt wurde und hier im Hotel „Weiße Taube“ einkehrte. Das Hotel gibt es nicht mehr - es ist heute ein Kinderheim - aber Kisch zu Ehren wurde ein Gedenkstein am Rand des Rundwanderweges am Schermützelsee aufgestellt.

Buckow – eine Stadt mit vielen Seen

Buckow liegt nicht nur im Grünen, sondern ist auch reich an Gewässern. Zunächst liegt die Stadt am Schermützelsee, der von Fontane folgendermaßen beschrieben wird: „Dieser See hat die Form eines abgestumpften Halbmonds, ist also bohnen- oder nierenförmig und heißt der Schermützel-See.“ Ein Blick auf die Karte zeigt, dass sich die Form des Sees seit Fontanes Beschreibung nicht geändert hat. Der See ist circa 137 Hektar groß und bietet reichlich Gelegenheit für den Wassersport an und auf dem Wasser. Zu Fuß kann der See auf einem Wanderweg erkundet werden, der insgesamt 7,5 Kilometer lang ist. Einen Teil davon nimmt der Panoramaweg mit dem Aussichtspunkt Schermützelsee ein. Für Wanderungen durch die Märkische Schweiz und durch Buckow gibt es zahlreiche Wanderkarten mit interessanten Routen.

Das Strandbad im Nordosten des Sees blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Es wurde bereits 1911 in Betrieb genommen und von seiner Größe und dem Aussehen Ende der 1920er Jahre mit dem Strandbad Wannsee verglichen. Heute verfügt das Strandbad Buckow über eine große Liegewiese und einen schmalen Sandstrand, Spielplätze sowie einen attraktiven Sprungturm aus Holz. Außerdem können Ruder- und Tretboote ausgeliehen werden. Wer sich lieber über den See schippern lässt, steigt direkt neben dem Strandbad in das Fahrgastschiff Scherri, eine Barkasse oder ein Solarboot ein.

Weitere Seen sind der Buckowsee, der Weiße See, der Schwarze See, der Abendrothsee und der Griepensee. Als zweitgrößter See ist der Buckowsee mit einer Fläche von rund 14 Hektar deutlich kleiner als der Schermützelsee. Er liegt in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz und kann über eine Promenade erkundet werden, an der sich der Kurpark mit dem Eiszeitgarten Buckow und einem Aussichtspunkt befinden. Schaust du von dort aus über den See, erblickst du über Bäume hinweg den Turm der Villa Waldfrieden, die seit 1918 als Sanatorium genutzt wurde und heute eine Reha-Klinik für Mutter-Kind-Kuren beherbergt. In alten Zeiten wurde der Buckowsee auch Haussee genannt. Der Sage nach soll in diesem einst eine Stadt versunken sein, deren Kirchturm sich jedes Jahr zum Johannistag am 24. Juni zeigt.

Neben der Reha-Klinik Waldfrieden gibt es in Buckow eine weitere Klinik, die Rehabilitationsklinik Märkische Schweiz, und das Buckower Therapiezentrum. Wenn du dich für Kneippkuren in Buckow interessierst, ist zudem der Verband Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte eine gute Adresse.

Buckow als Kurort

Damit kommen wir zur Bedeutung von Buckow als Kurort. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das gesunde Reizklima in der Märkischen Schweiz erkannt. Johann Lukas Schönlein, der Leibarzt von Friedrich Wilhelm IV. (König von Preußen von 1840 – 1861) soll diesem die Buckower Luft empfohlen haben, womit noch heute Tourismusverbände, Hotels und Kureinrichtungen werben.
Buckow ist heute zertifizierter Kneippkurort und verfügt über sechs Wassertretstellen an natürlichen Gewässern, und zwar im Fließ am Kurpark, am Buckowsee, im Schermützelsee sowie an drei Stellen im Flüsschen Stobber. Eine künstlich angelegte Wassertretstelle befindet sich an der Klinik Waldfrieden. Der Förderung von Kneipps Gesundheitsphilosophie hat sich der Kneipp- und Heimatverein Buckow (Märkische Schweiz) e. V. verschrieben, der 1995 gegründet wurde. Interessenten erhalten hier zahlreiche Informationen zu den Wirkprinzipien Kneipps. Du kannst dich allerdings auch in Büchern informieren, was das Kneipp-Konzept beinhaltet. Erfahre darin, was die fünf Säulen von Kneipp sind und was du für Kneippgüsse und nach dem Wassertreten benötigst.

Die Buckower Kleinbahn – Heute nur noch Museumsbahn

Als Theodor Fontane 1863 den zweiten Band seiner "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" über das Oderland veröffentlichte, war Buckow noch nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen. „Die neuprojektierte Eisenbahn zwischen Berlin und Küstrin führt auf kürzeste Entfernung an Buckow vorüber …“ berichtet Fontane. Es sollte dann doch noch mehr als 30 Jahre dauern, bis eine Kleinbahn von Berlin direkt nach Buckow führte. Die Strecke wurde 1897 eröffnet und von Berliner Sommerfrischlern dankend angenommen. Nach fast 100 Jahren Betrieb wurde die Buckower Kleinbahn leider für den öffentlichen Nahverkehr eingestellt. Seit Ende der 90er Jahre verkehrt sie nur noch sonnabends, sonntags und an Feiertagen als Museumsbahn zwischen Müncheberg und Buckow. Außerdem gibt es zu besonderen Anlässen Sonderfahrten.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude beherbergt heute ein Eisenbahnmuseum rund um Technik und Geschichte der Buckower Kleinbahn sowie eine Heimatstube. Auf dem Außengelände können alte Fahrzeuge der Kleinbahn bestaunt werden. Möchtest du dich bereits vorher informieren? Zum hundertjährigen Juliäum wurde ein kleines Buch über die Buckower Kleinbahn herausgegeben.

So kommst du nach Buckow

Mit dem Auto erreichst du Buckow vom Berliner Zentrum aus in weniger als anderthalb Stunden, vorausgesetzt natürlich, auf der Strecke ist kein Stau. Am kürzesten ist mit rund 54 Kilometern die Fahrt über die Bundesstraße B1. In etwas mehr als einer Stunde kommst du nach Buckow mit der Regionalbahn vom Bahnhof Berlin-Lichtenberg und weiter dem Bus ab Müncheberg. Fahrradfahrer brauchen bei durchschnittlicher Geschwindigkeit rund drei Stunden ab Alexanderplatz oder eine halbe Stunde ab Müncheberg.