Prenden

Im Naturpark Barnim befindet sich das kleine Dorf Prenden, das seit dem Jahr 2003 zur Gemeinde Wandlitz gehört. Bekannt ist der Ort jedoch bereits seit dem Jahr 1306 durch eine Urkunde des Brandenburger Markgrafen Hermann III., die zur Schlichtung von territorialen Streitigkeiten zwischen Adligen auf Mecklenburger Gebiet ausgestellt wurde.

Viele Jahrhunderte befand sich Prenden im Besitz der Familie von Sparr, von denen Theodor Fontane besonders den kaiserlichen Generalfeldmarschall und Reichsgraf Otto Christoph Freiherr von Sparr erwähnt, dessen Grabmal sich heute in der Marienkirche befindet. Sparr hatte 1661 die Kirche vor weiteren Brandschäden nach einem Blitzeinschlag gerettet, in dem er den brennenden Kirchturm mit einer Kanone von der Kirche schießen ließ. Der Wiederaufbau des Kirchturms sowie das Grabmal haben ihn laut Fontane jedoch verarmen lassen: "Turm und Erbbegräbnis, die beiden Denkmale, die sich der Feldmarschall bei Lebzeiten gesetzt, hatten ihn zum armen Manne gemacht. Aber, wie so oft, was ihn erniedrigt hatte, hatte ihn auch erhöht. Turm und Erbbegräbnis sind es, die seinen Namen in der Erinnerung der Nachwelt festgehalten haben und bis diesen Tag von einem Ruhm erzählen, der ohne das ernste, halb rätselvolle Steinbild des Artus Quellinus vergessener wäre, als er es ist."

Zwischen Strehlesee, Bauersee und dem Mittelprendensee und inmitten von viel Wald gelegen, ist Prenden heute ein Ferienort nicht nur für Naturliebhaber, denn es gibt zu allen Jahreszeiten viel zu entdecken. Zum Beispiel findet sich am Ufer des Strehlesees der Riesenstein, auch Teufelsstein genannt, von dem die Sage erzählt, dass er neben vier weiteren Steinen einst vom Teufel geworfen wurde, aber das Ziel, nämlich den Prendener Kirchturm, verfehlte und so am Seeufer liegenblieb. In Wahrheit ist er wohl während der Eiszeit durch Gletscher transportiert worden.

Theodor Fontane besuchte Prenden zu Fuß von Biesenthal her kommend und erblickte von einem Hügel aus die Reste des Sparren-Schlosses und die Kirche. Von dieser war er zutiefst enttäuscht: "Das Innere kahl, der Kirchhof verödet und kein Andenken erfindbar als das eine, das sich der Feldmarschall selber gestiftet: zwei schöne Glocken, deren Inschriften unter einer Kruste von Schwalbenguano meiner Entzifferungskunst spotteten." Vielleicht würde sein Urteil heute milder ausfallen. Das im 16./17. Jahrhundert erbaute Gebäude mit einem Glockenturm im Fachwerkstil wurde zwischen 1998 und 2002 saniert und restauriert und lädt heute wieder zum Verweilen ein. Vom Schloss ist heute leider keine Spur mehr vorhanden.


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